Der Antiqua-Fraktur-Streit: Wie Hitler die Frakturschrift abschaffte
Antiqua–Fraktur dispute
Der Antiqua-Fraktur-Streit war eine typografische Auseinandersetzung im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Deutschland. Während in den meisten europäischen Ländern die gebrochenen Schriften wie Fraktur durch die Antiqua ersetzt wurden, koexistierten beide Stile in Deutschland und Österreich bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Streit eskalierte ideologisch: Fraktur galt als „deutsch“, Antiqua als „undeutsch“. 1911 wurde ein Antrag, Antiqua zur offiziellen Schrift zu machen, im Reichstag knapp abgelehnt. 1941 beendete die NSDAP die Debatte, indem sie per Erlass die Antiqua als „Normalschrift“ einführte und Fraktur als „Judenlettern“ diffamierte.
Ihre angebliche gotische Verinnerlichung passt nicht in das Zeitalter von Stahl und Eisen, Glas und Beton, von weiblicher Schönheit und männlicher Stärke, von hoch erhobenem Haupt und trotzigem Willen.