Pauline Kael war keine Filmkritikerin, sondern eine Autobiografin
She Also Found It at the Movies
Fünfundzwanzig Jahre nach ihrem Tod zeigt sich: Pauline Kael war keine Filmkritikerin im üblichen Sinne. Ihre oft willkürlichen Urteile und ihre schwierige Persönlichkeit sind nebensächlich. Vielmehr schrieb sie über Jahrzehnte eine einzige, indirekte Autobiografie, deren Anlässe die Filme waren. Wie Richard Schickel und Sanford Schwartz bemerken, lenkte sie die Aufmerksamkeit stets auf das Drama ihrer Gedankenprozesse. Für Kael waren Filme der Auslöser, um die eigene Lebensgeschichte zu erzählen – und als Autobiografin war sie eine wirklich große Autorin, die Karl Ove Knausgård an Umfang und Interesse übertrifft.
Für Kael werden Filme zu den Anlässen, die Geschichte des eigenen Lebens zu schreiben.