Bhartrharis Paradoxon: Warum das Unbenennbare unbenennbar bleibt
Bhartrhari's Paradox
Der indische Grammatiker und Philosoph Bhartrhari aus dem 5. Jahrhundert entdeckte ein Paradoxon: Wenn es Dinge gibt, die unbenennbar sind, kann man dies nicht beweisen, ohne sie zu benennen. Die Philosophen Hans und Radhika Herzberger analysieren dieses Problem in ihrem Aufsatz „Bhartrhari's Paradox“ und zeigen, dass jeder Versuch, die These der Unbenennbarkeit zu stützen, das Paradoxon nur vertieft, da er zwangsläufig auf die vermeintlich unbenennbaren Dinge verweist.
Jedes Argument, das zur Stützung eines Beispiels für die These der Unbenennbarkeit vorgebracht wird, treibt einen nur noch fester in das Paradoxon, denn es bezieht sich natürlich immer wieder auf genau die Dinge, deren Unbenennbarkeit es zu beweisen sucht.
- ngvrnd
„Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“ – aber wenn man mit dem Ding interagieren kann, lässt es sich meistens abbilden und definieren und dann benennen. Aber es wird immer Dinge geben, die keine Namen haben, zumindest in der Mathematik – man denke an die reellen Zahlen.
- GPerson
Wenn wir annehmen, dass die reellen Zahlen existieren, dann löst sich das Paradoxon vielleicht auf, weil es überabzählbar viele reelle Zahlen gibt und nur abzählbar viele benennbare Dinge, aber dann löst sich das Paradoxon vielleicht doch nicht auf, weil wir annehmen, dass ZFC wahr ist und wir die reellen Zahlen wohlordnen können, also die erste unbenennbare reelle Zahl benennen.
- BiraIgnacio
klingt nach dem Paradoxon, das Gödels Unvollständigkeitssätze _veranschaulichen_ könnte
https://en.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6del's_incompleteness_th...
- lordnacho
Das erinnert mich an die Sache mit den sechs Grad Abstand. Die Leute sagen dir, dass du so ziemlich jeden über sechs Ecken verbinden kannst. Aber was mich frappierte: Für jeden, mit dem du das versuchst, kennst du deren Namen, du hast dich also schon selbst darin eingeschränkt, wie weit jemand entfernt sein kann.
- dredmorbius
Ich sehe, was du da gemacht hast.