Digitale Ursuppe: Selbstreplikation und Problemlösung entstehen gemeinsam aus dem Zufall
Co-evolution of self-replication and function in a digital primordial soup

In einer digitalen Ursuppe aus zufälligen 32-Byte-Z80-Assembly-Programmen entsteht Selbstreplikation spontan durch Mutation und Interaktion – ohne fest verdrahtete Reproduktion. Die Forscher koppeln diese Fähigkeit an eine Aufgabe: Programme, die Polynome korrekt auswerten, erhalten eine höhere Interaktionswahrscheinlichkeit. Die Experimente zeigen, dass Selbstreplikation und mathematische Problemlösung gemeinsam evolvieren. Der Selektionsdruck beschleunigt die Entstehung kompakter, robuster Replikationsarchitekturen, die Speicher für die Aufgabe reservieren. Metabolische Beschränkungen fördern bedingtes Anhalten, und räumliche Nischen erzeugen einen emergenten Lernlehrplan, bei dem einfache Lösungen als Sprungbrett für komplexe Polynome dienen.
Die Ergebnisse zeigen eine interaktive Rückkopplungsschleife: Anforderungen der Umgebung formen aktiv die physische Architektur der Selbstreplikation, während spontane Replikation den evolutionären Pfad der funktionalen Problemlösung verändert.