Stephen Wolfram besucht Leibniz' Archiv und entdeckt die Wurzeln seiner eigenen Arbeit
Dropping in on Gottfried Leibniz (2013)

Stephen Wolfram besuchte das Leibniz-Archiv in Hannover und blätterte in den Notizen des Universalgelehrten aus dem 17. Jahrhundert. Dabei entdeckte er verblüffende Parallelen zu seiner eigenen Arbeit: Leibniz träumte von einer formalen Sprache und einer „universellen Charakteristik“, die alle Wahrheiten durch Kalkül ableitbar machen sollte – eine Vision, die in moderner Computersprache wie Mathematica und Wolfram Alpha ihre Entsprechung findet. Wolfram zeigt konkrete Beispiele aus Leibniz' Aufzeichnungen, von Notationen für Infinitesimalrechnung bis zu Entwürfen einer mechanischen Rechenmaschine, und reflektiert, warum Leibniz das Konzept der universellen Berechnung dennoch verpasste.
Ich habe mich seit Jahren für Gottfried Leibniz interessiert, nicht zuletzt, weil er etwas Ähnliches wie Mathematica und Wolfram|Alpha zu bauen schien – und vielleicht auch Ein Neues Gebiet der Wissenschaft –, nur dreihundert Jahre zu früh.