Ein Papstbrief von 1542: Mit simuliertem Tempern geknackt
A 1542 papal cipher cracked with simulated annealing
Ein verschlüsselter Brief von Kardinal Alessandro Farnese an den Nuntius Giovanni Poggio aus dem Jahr 1542 galt jahrzehntelang als ungelöst. Ein neuer Ansatz kombiniert eine äußere Suche nach der Schlüsselzuordnung mit simuliertem Tempern und einem inneren Beam-Search-Decoder, der die Ziffernfolge in lesbaren italienischen Text zerlegt. Ein Fünf-Gramm-Sprachmodell, trainiert auf rund 4,9 Millionen Buchstaben, bewertet die Lesarten. Die Suche fand den Schlüssel und entschlüsselte die ersten Worte: „Dopo la partita del Montepulciano“.
Die Schwierigkeit besteht darin, zu entscheiden, wo jeder Code endet. 73 ist d, aber 7 3 sind auch zwei Buchstaben, n m. Selbst mit dem Schlüssel kann eine Ziffernfolge auf mehr als eine Weise gelesen werden.