Menschen ohne Kopfkino zwingen die Wissenschaft zum Umdenken
People Who Can't Picture Anything Are Rewriting the Science of Imagination
Eine neue Übersicht in Consciousness and Cognition stellt die verbreitete Annahme infrage, dass Vorstellungskraft ein rückwärts ablaufendes Sehen über den primären visuellen Cortex sei. Derek Arnold, Loren Bouyer, Blake Saurels und Samuel Schwarzkopf argumentieren, dass Menschen mit Aphantasie – der lebenslangen Unfähigkeit, Bilder, oft auch Klänge, Gerüche oder Berührungen innerlich zu erleben – den besten Beweis liefern: Selbst bei zerstörtem visuellem Cortex können manche Patienten noch visualisieren. Stattdessen entstehe ein mentales Bild aus dem Zusammenspiel mehrerer Hirnregionen, von denen keine allein dafür verantwortlich ist.
Die Autoren halten ihre Antworten bewusst offen und geben zu: „Wenn wir diese Übersicht in ein paar Jahren aktualisieren, erwarten wir, dass sich einiges von dem, was wir zu wissen glauben, als falsch erweisen wird.“