Tabu und Euphemismus: Wie Sprache heikle Zonen verschleiert

Euphemisation of Taboo Areas [pdf]

Grzegorz A. Kleparski untersucht in seinem Artikel die vielschichtigen Mechanismen von Tabu und Euphemismus und zeigt, wie sie den semantischen Wandel vorantreiben. Er erklärt, dass Euphemismen oft aus Furcht vor übernatürlichen Konsequenzen oder aus sozialen Zwängen entstehen, und illustriert dies mit Beispielen aus Religion, Jagd und Politik. So werden etwa Begriffe wie "ethnische Säuberung" als klinische Umschreibungen für grausame Handlungen genutzt. Der Autor beleuchtet, wie Tabus auf verschiedenen Ebenen der "Great Chain of Being" wirken und wie neue Wörter entstehen, wenn alte tabuisiert werden.

Sobald ein Euphemismus akzeptiert ist, neigt der ursprüngliche Begriff, der ersetzt wurde, dazu, noch weniger akzeptabel zu werden und einen Prozess beschleunigter Pejoration zu durchlaufen.

Mehr von diesem Tag

2026-08-31