Sprachenvielfalt erreichte vor 1000 bis 3000 Jahren ihren Höhepunkt – dann begann der Niedergang
The rise and fall of language diversity through the Holocene
Eine neue Studie in Science modelliert die globale Sprachenvielfalt im Holozän. Demnach gab es vor der Domestizierung von Pflanzen und Tieren weniger Sprachen als heute (4500 bis 6000 statt 7500). Mit dem Bevölkerungswachstum stieg die Vielfalt und erreichte vor 1000 bis 3000 Jahren ein „goldenes Zeitalter“ mit Zehntausenden Sprachen. Der große Verlust begann jedoch nicht erst mit dem Kolonialismus, sondern mit der Ausbreitung multinationaler Imperien, die ihre Sprachen, Krankheitserreger und Kulturen mit sich führten. Die Autoren schließen daraus, dass Aussterben eine weit größere Rolle bei der Formung sprachlicher und kultureller Vielfalt gespielt hat als bisher angenommen.
Der große Verlust an sprachlicher Vielfalt begann nicht mit der jüngsten kolonialen Expansion, sondern als multinationale Imperien sich zusammen mit ihren Sprachen, Krankheitserregern und Kulturen ausbreiteten.