Warum erfolgreiche Staatenbünde zur Zentralisierung neigen
Coordination Without Consolidation: On Systems of States [pdf]
Trent MacDonald untersucht in seinem Essay zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit, ob polyzentrische Ordnungen im großen Maßstab koordinieren können, ohne zu zentralisieren. Er argumentiert, dass Zentralisierung oft eine emergente Eigenschaft erfolgreicher Koordination ist: Wenn sich föderale Systeme ausdehnen, entstehen neue Einheiten wie Kommunen und Behörden, was die Interdependenz erhöht und gemeinsame Standards sowie hierarchische Integration erfordert. Am Beispiel der USA zeigt er das 'Föderationsparadox': Das System wird gleichzeitig lokal differenzierter und zentral integrierter. Auch Exit-Mechanismen verlieren an Wirksamkeit, da Integration die Austrittskosten erhöht. Die Herausforderung besteht darin, Dezentralisierung zu bewahren, während Koordination notwendiger wird – Koordination ohne Konsolidierung.
Zentralisierung ist nicht einfach eine äußere Einwirkung auf polyzentrische Systeme, sondern entsteht oft als eine Eigenschaft erfolgreicher Koordination.